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Im Garten

 

Wir sind Neu-Gärtner. Seit ein paar Tagen haben Vogelgezwitscher und Rasenmäher die Geräusche der Straße abgelöst. Den Sohn sieht man den ganzen Tag nicht, man hört ihn nur beim Spielen mit dem neuen Kumpel. Ich bin umgeben von Grün, den Blick nach draußen gerichtet auf Bäume und Wiesen, statt auf das Dach des Einkaufszentrums und die ständig ein- und ausparkenden Autos auf der Straße.

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Der Garten wurde bereits vollständig von den Kindern geentert und ich versuche herauszufinden, was hier alles wächst. Was ist Unkraut, was gewollt? Manchmal gar nicht so einfach …

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Und der Mann? Der kann seinem Hobby nachgehen. Am liebsten jeden Tag.
So, das wars dann schon wieder. Ich häng dann mal ab. Im Garten :)

Lebenszeichen

Was wir so treiben? Den Sommer genießen. Ohne Verpflichtungen. Pläne schmieden, liebe Freunde treffen, picknicken, abends und morgens nicht auf die Uhr schauen. Neue Hobbys entdecken, die Kinder mit einem weinenden und einem lachenden Auge in den Urlaub schicken – ohne uns. Geburtstage feiern, essen gehen. Matt die heißen Tage in der abgedunkelten Wohnung überstehen, ins Freibad gehen. Den armen Mann nach einer viel zu heißen und schlaflosen Nacht morgens um 5 bei 26 Grad zur Arbeit fahren lassen. Auf das freuen, was noch vor uns liegt. Und morgen: ein Wildschwein grillen. Im Wald.
Zusammengefasst: Uns geht es sommermäßig gut. Wir machen alles, außer am Computer zu sitzen :)
Wer mich vermissen sollte, kann mir auf Instagram folgen, dort bin ich momentan etwas aktiver, als hier auf dem Blog, denn das Handy ist fast immer dabei.

38 Grad

Der Ventilator macht Überstunden, die Tochter ist aus ihrem Dachzimmer aus- und eine Etage tiefer ins Gästezimmer eingezogen und der Sohn trinkt seine Getränke nur noch mit Eiswürfeln.

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Der Kopf sagt: “YEAH! Sommer! Raus! Mach was! Irgendwas, aber geh raus!” Der Kreislauf antwortet: “Verarscht! Kannst wieder nach Hause gehen! Sonst bestraf’ ich dich mit 3 Tagen Kopfweh!” (Und 3 Tage Kopfweh bei dem Wetter machen echt miese Laune.)

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Es ist einfach zu warm, um rauszugehen. Spaziergänge? Nur Vormittags, oder abends und auch nur im Schatten. Heute waren wir im Wald, aber selbst da war es mit 32 Grad schon zu warm!

38 Grad im Schatten hält man momentan einfach nur in der abgedunkelten Wohnung aus. Oder im Freibad. Unter dem Sonnensegel im Babyplanschbecken.

Und sonst so heute? Möglicher Hitzerekord? Waaas?

Schon wieder alles vorbei

(Nachtrag 18.6.2015 siehe unten)

Der Urlaub ist rum und unser Lieblingsfranzose ist gestern auch wieder nach Hause gefahren. Der deutsch-französische Schüleraustausch der 8. Klasse 2015 ist vorbei. Das ist schon fast ein bisschen traurig. Die letzten Wochen waren so spannend und schön. Wir haben viel gesehen, gut gegessen, Neues gelernt, viel gelacht und einen kleinen Franzosen ins Herz geschlossen.

Im Herbst wollen wir uns wiedersehen – bei einem privat organisierten Austausch, denn die ganze Familie ist sehr nett und passt mit ebenfalls 3 Kindern gut zu uns.

Und ich? Ich muss jetzt kopfmäßig erstmal wieder richtig im Alltag ankommen. Das dauert immer ein paar Tage bei mir.  

Nachtrag 18.6.2015
Heute kam aus der Schule die Nachricht, dass es ab 2016 keinen Schüleraustausch mehr mit unserer Partnerschule geben wird, weil der Deutsch-Unterricht in Frankreich wegen einer Schulreform eingeschränkt/eingestellt wird. In diesem Artikel werden die Umstände erklärt. Sehr schade, ist so ein Austausch doch eine großartige Sache, verschiedene Nationalitäten mit ihren unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Gewohnheiten einander näher zu bringen. Umso trauriger, da ich erlebt habe, wie die Kids bei der Verabschiedung geweint haben. Es sind Freundschaften entstanden.

Mohnblumenliebe und wie abenteuerlich Fotografieren bei uns derzeit abläuft

Fotografie – Eine meiner großen Leidenschaften, die momentan mit kleinem Kind leider etwas zu kurz kommt. Ausgedehnte Fototouren zu ausgefallenen Tageszeiten an ausgefallenen Orten, Foto-Workshops, Fotoclub … alles Zukunftsmusik.

Also nutze ich die kleinen Gelegenheiten, die sich bieten. Meistens Spaziergänge.

Mein Mann und mein Hobby … Wie soll ich das erklären …

Er freut sich, dass es mir Spaß macht und unterstützt mich, wo er kann. Aber dauernd stehenbleiben und auf mich warten … das ist nicht so seins. Kann ich nachvollziehen, würde mich auch nicht vom Hocker reißen. Deshalb haben wir eine stillschweigende Vereinbarung getroffen. Er läuft mit dem Kinderwagen weiter, während ich fotografiere. Wenn ich fertig bin, laufe ich hinterher, um ihn einzuholen. Das artet manchmal ganz schön in Jogging aus, aber schaden kann’s ja nicht :)

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Der Mini-Sohn hasst Autofahren. Hab ich das schon erwähnt? Wird noch spannend, wenn wir in den Urlaub fahren, aber das ist eine andere Geschichte.

Gestern hatte ich einen Spezialwunsch. Weil ich Mohnblumen mag und weil die Stelle, an der ich sie gesehen hatte, für einen Spaziergang zu weit weg war. Und weil ich einfach mal wieder ein paar schöne Fotos mit der großen Kamera machen wollte.


Ich: “Ich hab Mohnblumen gesehen, können wir da mal ranfahren, damit ich ein paar Fotos machen kann?”

Er: “Klar.”

Wir fahren also hin. Ein Feldweg. Und dann geht’s los: Ich springe aus dem Auto, renne zum Feld (ich bin ja joggingmäßig gut trainiert), knipse hier, knipse da, laufe schnell wieder zum Auto, springe rein: “Ok, fertig, kannst weiter.” Mann und Sohn sind entspannt.

100 Meter weiter: “Schaaaatz! Anhalten, da muss ich unbedingt nochmal raus! Wie schön, wie schön!”

Er hält an. Ich renne wieder raus, fotografiere, renne zurück zum Auto. Der Mann ist entspannt, der Sohn nicht mehr. Weint. Strampelt sich aus dem Gurt heraus. Schreit. Schimpft. Mistmist, weil ich unbedingt nochmal aussteigen musste! Dann geht alles ganz schnell. Der Mann und ich arbeiten da profimäßig zusammen. Kamera zur Seite legen, Sohn im Kindersitz richten. Dem Mann Anweisungen geben:

“Mach! Anne! Kaffeekanne! an! SCHNELL! Und laut! Und losfahren! Jetzt! Gib Gas!!!”

Die Musik plätschert vor sich hin, das Auto schaukelt gemütlich über den Acker. Es hilft. Der Sohn hat sich beruhigt.

Und während die Katze ganz allein tanzt, kann ich mir schonmal meine Schnappschüsse angucken.

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Der Briefkasten der alten Frau

 Unser Morgen-Spaziergang führt an einem kleinen Haus vorbei, vor dem immer eine sehr liebe, sehr alte Frau gesessen hat. Sie hat sich über jeden Vorbeilaufenden gefreut, hatte Äpfel für die Kinder und einmal halfen wir ihr bei einem Problem mit dem Fernseher. 

Eines Tages blieb der Stuhl vor ihrem Haus leer. 

Das Haus ist nun verwaist und man hat den Eindruck, dass es auch langsam stirbt.

Feiertagsbarfuß und urlaubsgefühlt

Eigentlich waren wir ja gestern mit Freunden verabredet. Wir wollten zusammen auf den Bad Sobernheimer Barfußpfad gehen, denn gestern war hier Saisonstart. Wegen der miserablen Wetteraussichten haben wir das Treffen jedoch kurzfristig abgesagt.

Der Wetterbericht lag allerdings schon die ganze Woche falsch. So hatten wir auch gestern Glück und es war “nur” sehr stark bewölkt. Deshalb sind wir ohne Besuch losgezogen.

Mein “Outfit of the Day” bestand aus Flip Flops, kurzer Hose, Strickjacke und Steppweste. Perfekt!

Der Mann fand mich so tourimäßig mit meinem ganzen Geknipse. Mir war’s herrlich egal, ich spiel gern den Urlauber, dabei bewahrt man sich den Blick für das Schöne und das Außergewöhnliche. Das wird nämlich leider viel zu schnell Normalität und man vergisst, wo man eigentlich wohnt: dort, wo andere Urlaub machen.

Es sieht ein bisschen ungemütlich aus auf den Fotos (und die sind auch noch mit dem Handy geknipst – die Kamera ist zu Hause geblieben, da ich schon den Mini-Sohn auf dem Rücken hatte), aber es war herrlich, so barfuß da draußen. Und warm eingepackt kein bisschen schlimm.

Das beste kam nach dem Spaziergang:  Die Chefin des Nahegartens lud uns zur Feier des Tages auf ein Glas Sekt ein. Was für ein toller Tag! Und ganz ohne Sonne :)

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Blütenrausch

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Der Garten eines lieben Familienmitgliedes ist im Frühling ein GänseblümchenTRAUM! Ein weißer Teppich, auf dem man sich lang machen möchte, wie der freche Hund. Die Söhne mussten herhalten für ein spontanes Mini-Shooting, der Sandkasten wurde zum ersten Mal bespielt und zu allem Glück gab’s auch noch Waffeln mit Kirschen und Sahne! Kann ein Frühlings-Nachmittag schöner sein? :)

  

Ein Motiv, zwei Bilder und was das mit dem Leben zu tun hat

Hach. Isses nicht schön im Frühling? Der Mann findet das auch und hat vor 2 Tagen auf dem Spaziergang ein Foto für mich gemacht.

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Heute haben wir Regenwetter. Bewaffnet mit Regenschirmen sind wir trotzdem rausgegangen. Als wir an der Brücke ankamen, bat ich den Mann, nochmal ein Foto von der gleichen Stelle für mich zu machen. Richtig miesepetrig sieht das Bild heute aus:

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Und was haben die Bilder jetzt mit dem Leben zu tun? Ganz einfach. Genau wie das Wetter mal gut und mal schlecht ist, haben wir auch mal gute und mal schlechte Laune. Und so kann man die Bilder einfach auf die Gemütslage übertragen.

Das Augenscheinliche

Wenn das Wetter schön ist

  • erstrahlt alles in einem guten Licht
  • kommen einem auch unschöne Ecken nicht so schlimm vor
  • ist alles bunt, hell und klar

Wenn das Wetter schlecht ist

  • ist alles grau und trist
  • leuchtet nichts in bunten Farben
  • sehen unschöne Dinge noch unschöner aus


Was dahinter steckt

Jetzt kommt das große Aber: auf beiden Bildern (man sieht es nicht, aber es war so) zwitscherten fröhlich und laut die Vögel und die Luft roch frisch und blütengetränkt nach Frühling. Die Blüten auf dem Schlechtwetterbild sind genauso rosa, wie auf dem Schönwetterbild. Sie erscheinen nur nicht so. Außerdem gibt es auf dem Schlechwetterbild neue, schöne Details, die auf dem anderen Bild nicht vorhanden sind.


Und was wir daraus machen sollten

Wenn einem also mal wieder alles blöd erscheint, einfach daran denken, dass unter den grauen Wolken der Himmel immer blau ist und die Dinge einem nur trüber erscheinen, weil sie in dem schlechten Licht nicht besonders gut wegkommen. Und wenn man die Augen offenhält, sieht man Dinge, die einem vielleicht auch bei Schlechtwetter ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

P.S.: Als wir zu Hause waren, kam die Sonne schon wieder raus :)

Die Einfachheit der Dinge

Das Leben ist einfach, aber wir bestehen darauf, es kompliziert zu machen.
Konfuzius

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Kinder sehen die Welt so unglaublich positiv und eigentlich müsste man sich als Erwachsener eine Scheibe von ihrem unerschütterlichen Optimusmus abschneiden. Alles ist einfach und für jedes Problem gibt es eine ganz simple Lösung.

Wenn Eis aufs T-Shirt kleckert, wird das T-Shirt abgeleckt und Flecken “machen doch nichts”. Wenn es beim Spaziergang anfängt zu regnen, kann man mit der Zunge super Regentropfen fangen und  wenn der kleine Bruder weint, wird ihm einfach ein Keks in den Mund geschoben und man kann sich über die dicken Backen kaputtlachen.

Und wir? Auf dem Weg zum Erwachsenwerden haben wir ein Stück der kindlichen Gelassenheit und der Unbeschwertheit verloren.

In mancherlei Hinsicht sollten wir von unseren Kindern lernen und nicht umgekehrt :)